Lisas WeltenReise

Folge 1 - Im Reich der Atome

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So wichtig Wissenschaft und Technik für die moderne Gesellschaft auch sind,
es bedarf eines besonderen Talents, die oft komplizierten Themen auf unterhaltsame Weise verständlich zu machen. Über diese Fähigkeit verfügt der Physiker Professor Binnig in besonderem Maß. 1986 wurde Gerd Binnig für die Erfindung des Rastertunnelmikroskops mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, gemeinsam mit Heinrich Rohrer. Gerd Binnig ist ein "Grenzgänger der Wissenschaft" mit einem breiten Interessenspektrum. In der Reihe "Lisas WeltenReise" präsentiert er große Themen von Wissenschaft und Forschung,
von der Nanotechnologie bis zur Kosmologie.
Seine Reisegefährtin ist die Fernsehjournalistin Daniela Noack. Im kreativen Zwiegespräch ergeben sich ständig neue Fragen, und Fragen ist der Anfang von Wissenschaft.
Für Reisen durch die Dimensionen von Raum und Zeit ist das virtuelle Studio wie geschaffen und es prägt wesentlich den Stil der Sendungen.
In der ersten Folge der Sendereihe begeleitet Lisa den Nobelpreisträger in die Welt der Atome und der Nanotechnologie - in Dimensionen, die durch das Rastertunnelmikroskop völlig neu erschlossen wurden. Und wie anders als virtuell sollte man in die Welt der Atome reisen können!
Lisa begegnet ihrem Partner Gerd Binnig das erste Mal an der Spitze der Abtastnadel eines Tunnelmikroskops. Natürlich besuchen die beiden dann das IBM-Forschungslabor in Rüschlikon bei Zürich, dem Ort, an dem die Idee des Rastertunnelmikroskops geboren wurde.
Die Frage nach dem Tunnel-Effekt und nach dem Welle-Teilchen-Dualismus führt die beiden zum Kern eines Atoms. 
Dort begegnen sie Albert Einstein, Gerd Binnigs großem Physik- und Nobelpreiskollegen. Leider muß ihm Gerd Binnig mitteilen, daß sich die Quantentheorie, die Einstein so unsympathisch war, voll durchgesetzt hat. Gott würfelt doch! 
In der virtuellen Landschaft von Computerplatinen und Chip-Strukturen diskutieren Lisa und Gerd über die Grenzen des Machbaren. Sie erfahren im Siemens-Forschungslabor in München , daß es nicht nur physikalische sondern auch ökonomische Grenzen gibt, daß aber Kreativität hilft, diese Grenzen hinauszuschieben. 
Am Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung lernt Lisa neueste Anwendungen von virtual reality, von künstlicher Wirklichkeit kennen. Die Grenzen der Phantasie werden die Grenzen des Machbaren sein. 
Nach einem virtuellen Ausflug als Astronautin landet Lisa wieder in der Wirklichkeit - in der Wirklichkeit des virtuellen Studios am Institut für Rundfunktechnik in München. 
Der Begriff Nanotechnologie ist in aller Munde, als eine der Schlüsseltechnologien für das kommende Jahrhundert. Noch sind die Pläne spektakulärer als die existierenden Anwendungen. Der " Werksbesuch" in einer Nanofabrik endet abenteuerlich: Eine Ameise droht unser Paar zu zertreten!
Diese Begegnung macht Lisa bewußt, daß die Natur bereits seit Jahrmilliarden perfekte Nanotechnologie anwendet. Es wird noch einige Zeit vergehen, bis die Nanotechnologen in den Entwicklungslabor damit gleichziehen werden. Doch die Anfänge sind gemacht, nicht zuletzt durch das Rastertunnelmikroskop. 



 

 

Folge 2 - Auf der Spur des Lebens

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der zweiten Sendung der Reihe "Lisas WeltenReise" begegnen wir dem Paar Lisa und Gerd Binnig am Meeresstrand. Soll nicht das Leben im Meer entstanden sein? Aber wie ist das geschehen, wie konnte die Welt der unbelebten Materie Leben hervorbringen, bis zu den komplexen Formen des Menschen und des menschlichen Gehirns?
Dabei ist alles so einfach. Das "Buch des Lebens", die Information der DNS, ist in einem Alphabet von nur vier Buchstaben geschrieben! Doch bereits eine einzige Zelle, eine Biofabrik der Natur, ist ein Wunderwerk der Evolution.
Bei ihrer virtuellen Reise in einen Zellkern erfahren Lisa und Gerd, daß der Besuch einer Zelle nicht ungefährlich ist. Die Zelle teilt sich und die beiden können sich gerade noch in Sicherheit bringen. Nach diesem Schreck eine Überraschung! 
In der virtuellen Zelle erscheint Paul Hansma. Der kalifornische Wissenschaftler hat als erster mit Hilfe des sogenannten Kraftmikroskops DNS-Moleküle in einer Flüssigkeit untersucht. Untersuchung von Leben in kleinsten Dimensionen! Das Kraftmikroskop ist eine Weiterentwicklung des Tunnelmikroskops. 
Zelle, DNS, wo ist der Anfang? Kam das Leben aus dem Kosmos oder aus einer Ursuppe? Gerd Binnig kann auf die Fragen seiner Begleiterin nur antworten, daß nach heutigem Wissen Leben sich durchaus selbständig, aus einfachsten Strukturen heraus entwickelt haben kann. Auf die Gretchenfrage nach einem Schöpfer muß Gerd passen.Wie soll er, ein winziger Punkt im Universum, darauf eine Antwort wissen?
Doch die Wissenschaft kommt voran mit ihrer Schöpfungsgeschichte. Lisa besucht Karl Otto Stetter an der Universität Regensburg. Dessen Erforschung der Archaebakterien hat ihn weit zurück geführt im Stammbaum des Lebens, zu Lebewesen, die sich in eisiger Kälte oder kochendem Wasser wohlfühlen. 
Doch der Anfang liegt noch tiefer.
Das Leben, ist es durch Zufall entstanden, durch Notwendigkeit, oder durch beides?
Gerd Binnig spricht von der Zähmung des Zufalls durch die Evolution. Der Zufall kann eine Struktur erhalten, die dem Würfelspiel der Evolution Richtung gibt. Und über die Jahrmillionen konnte die Fülle des Lebendingen entstehen, durch die Mechanismen von Mutation, Selektion und Reproduktion. 
Versunken im Gespräch werden die beiden von einer Kutsche aufgeschreckt.
Ein Herr mit weißem Bart und Glatze sitzt darin. Ist das nicht..? Aber sicher doch, Charles Darwin! Lisas Reise führt durch Raum und Zeit. Dabei ergibt sich die Gelegenheit, den Schöpfer der Evolutionstheorie gleich über den Fortgang der Wissenschaft zu informieren. Gene und Gentechnik kannte man zu Darwins Zeit noch nicht.
Doch auch mehr als 100 Jahre nach Darwin ist das große Rätsel des Lebendigen noch ungelöst: Was ist Bewußtsein, wie entwickelte es sich und wo ist sein Sitz?
Vielleicht im Gehirn? Also wieder ein Sprung in die Dimension des Mikrokosmos,
in das Gewitter der Nervenzellaktivität.
Das Gehirn spricht pausenlos mit sich selbst. In dieser eminenten Vernetzung, diesem dichten Informationsfluß, liegt vielleicht das Geheimnis dessen, was wir Bewußtsein, Seele nennen. Materie hat damit eine neue Qualität erhalten.
Das menschliche Gehirn ist ein Höhepunkt der Evolution, aber gewiß nicht der Endpunkt. Was kommt als nächstes?
Gerd Binnig sieht bereits die Anzeichen des Neuen. Die weltweite Vernetzung im Zeitalter des Computers, der Datenautobahnen,des Internet trägt in sich den Keim der Zukunft. Ebenso wie keine einzelne Zelle den Gedanken seines Gehirns begreifen kann, so kann auch kein einzelner Mensch mehr die globalen Informationsnetze überschauen.
Die Basis ist Materie, das Leben baut darauf auf. Der Geist braucht das Leben.
Doch morgen führt der Geist vielleicht ein elektronisches Eigenleben.
Lisa protestiert. Sie will keine unbedeutende Zelle in der elektronisch vernetzten Welt von morgen zu sein. In der Tat, das selbstbewußte Ich ist vielleicht der Kern des Problems, Bewußtsein rational zu erklären.






Quelle:, Kopie von der Seite: http://www.br-online.de/programm/lisa/lisa1.htm und http://www.br-online.de/programm/lisa/lisa2.htm / mittlerweile kann die Sendereihe auch bei Bild der Wissenschaft auf VHS-Video erworben werden....

Ó Sven Haferkamp 19.01.2000  webmaster@extropie.de       [Home]