
Video 3
| 0:00-0:42 | Odyssee 3000 - Der Traum von der Unsterblichkeit | 42 min | 1999 |
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Im
4000 Jahre alten Gilgamesch-Epos wird der Traum zum ersten Mal formuliert:
Überwindung des Todes, ewiges Leben - das soll kein Privileg der Götter
mehr sein. In Ägypten gründet sich später eine ganze Kultur auf diesen
ältesten Menschheitstraum. Gero von Boehm zeigt in seiner Reihe
"Odyssee 3000" diesmal, wie Gentechnik und revolutionäre
Therapien im neuen Jahrtausend den Tod tatsächlich noch weiter
hinauszögern werden. Was als unabänderlich naturbestimmt galt, ist
Objekt technischer Steuerung und Ersetzbarkeit geworden. Und ewiges Leben
durch Cloning ist auch beim Menschen keine Utopie mehr. Es scheint, als
würden wir unsere Entwicklungsgeschichte selbst in die Hand nehmen - der
Traum geht jetzt in Erfüllung. Wird er zum Alptraum? Die mystische Welt
des Gilgamesch-Epos und der Ägypter, der Inkas und Mayas als Wurzel des
Menschheitstraums vom ewigen Leben ist der Ausgangspunkt des Films.
Spitzenforscher in den USA und Europa öffnen dem Zuschauer ihre Labors.
Aber
Gero von Boehm
entwirft auch die
Vision einer Gesellschaft, in der es immer mehr Greise geben wird. Das
Szenario, das so entsteht, ist erschreckend und faszinierend zugleich. |
3Sat | ||
| 0:42-1:12 | Homo Xerox - Ich lasse mich klonen | 30 min | 1999 |
| Louise
Brown hieß das erste Retortenbaby, Dolly das erste geklonte Schaf. Auch
der Name des ersten geklonten Menschen wird um die Welt gehen - ob schon
in fünf, oder erst in zehn oder 20 Jahren, das ist die Frage. Während
das deutsche Embryonen-Schutzgesetz jegliches Experimentieren mit Eizellen
untersagt, macht die Klonforschung weltweit rasante Fortschritte. Die
Pressemeldungen überschlagen sich: "Sie haben es getan!" - hieß
es im Juni 1999, "Erstes Menschenbaby geklont" titelte die
"Bild". Vor allem die deutsche Öffentlichkeit reagiert regelmäßig
mit Abscheu: "Wann endlich wird diesen Forschern das Handwerk
gelegt"?, liest man beispielsweise. Doch auch bei der Geburt des
ersten Babys aus der Retorte war die Aufregung groß. Seither sind mehr
als 150000 Kinder auf die gleiche Art zur Welt gekommen. Auch bei der
Klonforschung wird der Widerstand vermutlich um so mehr aufweichen, je
deutlicher sich ein möglicher medizinischer Nutzen herauskristallisiert.
Nicht Frankenstein-Szenarien treiben aber die Experten voran, sondern auch
der Wunsch vieler Eltern nach dem möglichst perfekten Kind. Von der pränatalen
Diagnostik zur vollen Kontrolle über die genetische Ausstattung des künftigen
Kindes - das Klonen als endgültiger Triumph der Menschheit über die
Grausamkeit der Natur? Die ZDF-Dokumentation legt ihren Schwerpunkt
weniger auf die wissenschaftlich-technische Machbarkeit des Klonens,
sondern fragt nach den weltanschaulichen und psychischen Faktoren, die das
Klonen dem einen als faszinierende Zukunftsmusik, dem anderen als
Gruselkabinett einer wildgewordenen Menschheit erscheinen lässt. Ist das
Klonen tatsächlich "nur eine andere Art, Kinder zu bekommen",
wie die französische Biologin Boisellier im
Film von Gerlinde Böhm
erklärt,
und "durch Verbote längst nicht mehr aufzuhalten", wie der
deutsche Wissenschaftler Jens Reich vermutet? Oder verstecken sich hinter
dem Wunsch nach dem eigenen Klon Unsterblichkeits- und
Allmachtsphantasien? Längst gibt es Menschen, die der neuen Technik
aufgeschlossen gegenüber stehen, die sich - sobald es technisch machbar
und bezahlbar ist - gerne selber klonen lassen möchten. Im Film erzählen
sie ihre Beweggründe. Und sie informieren sich über die Dienstleistungen
einer Klon-Firma, deren Preisliste mit Bestellformular man im Internet
abrufen kann - heute noch fiktiv, in wenigen Jahren vielleicht
Wirklichkeit. |
ZDF | ||
| 1:12-1:29 | Zukunft & Technik - Tissue Engineering | 17 min | 1999 |
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Tissue Engineering heißt das Zauberwort, das vielen Patienten in Zukunft helfen soll. Mit neuartigen Biotech-Verfahren werden körpereigene Zellen verpflanzt, und zwar solche, die eigentlich nicht mehr nachwachsen, wie Knorpelzellen. Denn Sport oder berufliche Überbeanspruchung führen oft zu dauerhaften Schäden am empfindlichen Knorpelgewebe im Kniegelenk. Über 150.000 mal passiert das pro Jahr in Deutschland. Die Patienten müssen mit ständigen Schmerzen oder Knieprothesen leben. Spezielle Aufbereitungsverfahren und Nährlösungen versetzen entnommene körpereigene Zellen in die Lage, sich zu vermehren und - reimplantiert - neues Knorpelgewebe zu entwickeln. Der Chirurg entnimmt dem Patienten in einem 30minütigem Eingriff ein kleines Stück Knorpelgewebe aus einem gesunden Teil des Gelenkes. Zusammen mit Blutserum des Patienten wird das Gewebe an eine Spezialfirma gesandt. Dort werden die Knorpelzellen in den Zellkulturlaboratorien zwei bis drei Wochen lang unter Aufsicht der Gesundheitsbehörde vermehrt und dem Chirurgen zurückgeschickt, der sie in einer anderthalbstündigen Operation in das beschädigte Gelenk einsetzt. Nach zwei Wochen kann der Patient das Krankenhaus verlassen. Nach drei Monaten ist das Gelenk wieder belastbar und nach einem Jahr hat der Knorpel die volle Festigkeit erreicht. Bisher können nur Patienten mit beschädigtem Knorpelgewebe im Knie behandelt werden. Degenerative Grunderkrankungen des Gelenkes sind noch nicht heilbar. Experten hoffen, daß demnächst auch Schäden der Wirbelsäule mit ACT geheilt werden können. Solche Zelltransplantate wurden vor zehn Jahren zum ersten Mal in Schweden erprobt. Derzeit ist das Berliner Unternehmen "co.don, Gesellschaft für molekulare Medizin und Biotechnologie mbH", europaweit der einzige Hersteller körpereigener Zelltransplantate. Besonderheit bei der co.don: auf Antibiotika und Fungistatika sowie gentechnische Manipulationen wird verzichtet. Die Risiken der Abstoßung oder von Infektionen sind ausgeschlossen. |
N-TV | ||
| 1:29-1:47 | Nano - Elektronisches Auge für Blinde... | 18 min | 2000 |
| Elektronisches Auge für Blinde
Forschern des New Yorker Dobelle-Instituts ist es gelungen, vollständig Erblindete sehen zu lassen. Wie das Institut heute mitteilte, waren Experimente mit einem
"Dobelle-Auge" erfolgreich, das Patienten ohne natürliches Sehvermögen eine visuelle Orientierung ermöglicht.
LINK
Blinde sehen wieder Verlorengegangenes Sehvermögen zu reaktivieren galt bisher als undenkbar. Doch jüngste Erkenntnisse der Hirnforschung führte Wissenschaftler der Universitäten New York und Magdeburg auf eine verheissungsvolle Spur. Der entscheidende Ansatz: gezielte Aktivierung spezifischer Gehirnareale. LINK |
3Sat | ||
| 1:47-2:27 | Von Kopflosen Klonfröschen und anderen Hirnlosigkeiten | 30 min | 1999 |
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Englische Wissenschaftler, die
kopflose Frösche geklont haben, formulieren eine Vision, die ein Alarmsignal
ist: Auf dieselbe Weise nämlich könnten geklonte menschliche Embryonen als
lebende Ersatzteillager hergestellt werden. Auch Fortpflanzungsmediziner in
Deutschland schließen die Nutzanwendung des Klonens menschlicher Embryonen zur
Organ- und Gewebegewinnung in Zukunft nicht mehr aus. Die Bioethikkonvention des
Europarats stellt keine für alle verbindliche Orientierung dar, sie ist eher
umstritten, denn es sollte zwar ein Verbot des Klonens menschlicher Embryonen
darin festgeschrieben werden, die Definition jedoch, was ein Mensch ist, wird
dem jeweiligen innerstaatlichen Recht überlassen. Somit ist der Möglichkeit Tür
und Tor geöffnet, geklonte menschliche Embryonen zu erzeugen, um dann nach
Heranreifen der Embryonen oder Föten Organe oder Gewebe zu "ernten".
Bereits heute sind menschliche Embryonen zu einem lukrativen Geschäft geworden.
Ökonomen prophezeien für das Jahr 2001 einen Umsatz mit dem menschlichen
"Ersatzteillager" in Höhe von 1,7 Milliarden Mark, und die
kriminellen Geschäfte mit der "Ware Mensch" laufen bereits: Für 10
000 Mark kann auf dem Schwarzmarkt ein Gramm embryonalen Gewebes erworben werden
- für Frischzellenkuren beispielsweise. Der Film versucht, die ethisch höchst
umstrittene Frage zu klären, ob abgetriebene Embryonen und Föten für
Heilungsmethoden, deren Wirksamkeit unbewiesen sind, "benutzt" werden
dürfen; er hinterfragt, ob sich durch derartige medizinischen Behandlungsmaßnahmen
das Bild der Frau in der Gesellschaft nicht grundsätzlich ändert - die Frau
als Organplantage, als Rohstofflieferantin für Gewebe und Zellen. Zwar hat die
Bundesrepublik Deutschland zusammen mit der Schweiz das härteste
Embryonenschutzgesetz der Welt - aber wie lange noch? Um den Forschungsstandort
Deutschland international zu sichern, besteht die Gefahr, dass Wissenschaftler
und Politiker gleichermaßen ein Aufweichen des Embryonenschutzgesetzes
letztlich in Kauf nehmen, um bei den Fortschritten in der Gentechnologie global
mithalten zu können. Die Dokumentation beschreibt den Stand der
Embryonenforschung, zeigt, wie in den USA und in Europa bereits mit
Embryonen-"Material" medizinisch therapiert wird, beleuchtet die
Situation in Deutschland und diskutiert die ethischen und rechtlichen Fragen zur
Klon- und Keimbahn-Problematik, und sie dokumentiert, wie begehrt der
"Rohstoff Mensch" geworden ist. |
HR | ||
| 2:27-3:05 | Ein Herz aus dem Labor - Organzüchtung in Deutschland | 38 min | 2000 |
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Noch
werben Politiker, Showmaster und Sportler in Zeitungsanzeigen für die
Organspende. Doch sollten die Visionen einiger Biowissenschaftler wahr
werden, könnte die Kampagne in einigen Jahren eingestellt werden. Denn
dann kämen die Organe nicht mehr aus den Körpern hirntoter Unfallopfer,
sondern aus den Reagenzgläsern biotechnischer Laboratorien. "Tissue-Engineering",
so der Fachausdruck für die Züchtung von Geweben und Organen aus
einzelnen körpereigenen Zellen, ist die neue Zauberformel in der
"Ersatzteil-Medizin". Bereits heute werden Knochenteile, Knorpel und Haut aus patienteneigenen Zellen im Labor herangezüchtet und wieder implantiert. Mit großem Erfolg: 90 Prozent aller so behandelten kaputten Kniegelenke funktionieren wieder. Weit über die Hälfte der Patienten mit chronisch offenen Wunden konnte mit der "Haut aus der Tube" geheilt werden. In Freiburg, Berlin, Münster und Hannover arbeiten Forschergruppen daran, Bauchdecken, Harnröhren, Brustimplantate, Herzklappen aber auch komplexere Organe wie Lebern und Herzen heranzuzüchten. Der Clou bei der Sache: Weil die Ersatzorgane aus den körpereigenen Zellen des Patienten hergestellt werden sollen, wird es auch keine Abstoßungsreaktionen des Körpers geben. Die Patienten können beschwerdefrei weiterleben. Keiner muss mehr starke Medikamente einnehmen. Und schon wird darüber nachgedacht, ob es nicht möglich sein könnte, Organe auf Vorrat zu züchten. Aus solchen menschlichen Ersatzteillagern, produziert aus gentechnisch umprogrammierten embryonalen Stammzellen, könnten sich dann die Transplantationschirurgen ganz nach Bedarf bedienen. Doch es gibt auch warnende Stimmen unter den Wissenschaftlern: Man darf den Herz-, Leber- und Nierenkranken keine falschen Hoffnungen machen. Unsere Generation wird das Herz aus dem Reagenzglas wohl nicht mehr schlagen sehen. Viel wichtiger ist es, dafür zu sorgen, dass die bereits funktionierenden Therapien mittels Tissue-Engineering von den gesetzlichen Kassen anerkannt und bezahlt werden. Sonst droht in absehbarer Zeit eine Zwei-Klassen-Medizin: Wer Geld hat, kann sich sein verschlissenes Kniegelenk wieder herstellen lassen. Die anderen müssen eben weiterhumpeln. |
3Sat | ||
| 3:05-Ende | EMO - Die Seelenprogrammierer | 45 min | 1997 |
| Prof. Dietrich Doerner aus Bamberg
ist dabei, Computerprogramme zu entwickeln, die Gefühle zeigen. Seine
Maschine hat ein Lustzentrum und Motive, die sie wechseln kann, je nach
ihrem Zustand und dem Zustand der im Rechner erzeugten Umwelt.
Kennzeichnend für Dörners Ansatz ist, dass er das Problem der Emotionen
als reines Software-Problem behandelt. Er steht damit gewissermaßen in
der Tradition des Idealismus, der das Leib-Seele-Problem dadurch löst,
dass er den Leib schlicht für unwichtig erklärt. Einwände gegen Dörners
Position gibt es von verschiedenen Seiten, zum Beispiel sind Hirnforscher
nicht der Ansicht, dass man den Leib vernachlässigen könnte. Auch für
Biologen lassen sich Emotionen nicht von ihren evolutionären Wurzeln
trennen. Dazu haben sich mittlerweile auch die Vertreter der "Künstlichen
Intelligenzforschung" bekehrt. Der Film gibt einen kurzen Überblick
über die Geschichte: die vollmundigen Versprechen der 60er und 70er Jahre
und was daraus geworden ist. |
3Sat |
Ó Sven Haferkamp 26.04.2000 webmaster@extropie.de [Home]