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0:00-0:29 Hitec - Die Dokumentation: Nanotechnologie 29 min 2000
  Im Baukasten der Materie: Nanotechnologie 
Ein Film von John Kantara über molekulare Nanomaschinen 
Unser Universum - der Raum, die Zeit und die Materie entstand vor etwa 15 Milliarden Jahren in einer unvorstellbaren Explosion.
Seit dem Urknall hat sich das Universum aus einem mikroskopisch kleinen Punkt höchster Dichte bis auf seine heutige Größe ausgedehnt. Aus dem unvorstellbar Kleinen ist das unvorstellbar Große entstanden.
Heute können unsere Teleskope riesige Distanzen im Weltall überwinden. Nun schickt sich der Mensch an, eine weitere Dimension zu erobern.
Doch diesmal geht die Reise nicht zu fernen Sternen, sondern in das Innere der Dinge selbst: in den Nanokosmos.
Unsere Sonne ist fast 150 Mio. Kilometer von der Erde entfernt. Astronomen sprechen auch von einer Größenordnung von 10 hoch 9 Metern.
Stellen Sie sich vor, Ihr Blick fällt am Mond vorbei zur Erde. Dann zoomt die blaue Kugel näher heran, und Sie erkennen den europäischen Kontinent. Die Erde stürzt auf Sie zu, plötzlich teilen sich die Wolken, und Sie sehen Berlin. Noch immer hält das Gefühl des Fallens an, und Sie erkennen, wie ein Doppeldeckerbus durch das Brandenburger Tor fährt.
Sie haben sich während der ganzen Zeit keinen Millimeter von ihrem Aussichtsplatz an der weit entfernten Sonne fortbewegt.
Die Überwindung der Distanz von unserer Sonne bis zur Erde, entspricht in etwa der Leistung, aus unseren menschlichen Größenmaßstäben in die Tiefen des Nanokosmos - also bis zu einer Größenordnung von 10 hoch -9 vorzudringen. In Tiefen, in denen der Durchmesser eines Atoms (1 Nanometer) der Maßstab aller Dinge ist. 

Nanotubes  
Es ist die Molekülstruktur, die aus Kohlenstoff Diamanten, Bleistiftminen, Heizkohle oder so genannte „Nanotubes“ formt.
Sie entstehen beim Verdampfen von normalem Kohlenstoff. Was die Nanoröhrchen so wertvoll macht, sind ihre völlig gleichmäßig aus Kohlenstoff-Sechsecken aufgebauten Zylindermoleküle. Die Molekülstruktur der Nanoröhrchen verleiht ihnen Eigenschaften, an die Wissenschaftler zunächst nicht glauben wollten, denn sie sind multifunktional.
Nanotubes übertreffen die Festigkeit von Stahl um das 100fache. Dabei lassen sie sich verbiegen, verdrehen und verweben, ohne zu reißen - die stärkste Faser, die je hergestellt wurde.
Doch damit nicht genug. Gerade bei Chipherstellern sind Nanoröhrchen auf großes Interesse gestoßen. Die nur wenige Atome breiten Nanotubes wären ideale Leiterbahnen für Computerchips. 

Nanotubes als Speichermedium für Wasserstoff 
Nanoröhrchen begeistern aber nicht nur wegen ihrer vielseitigen Einsatzmöglichkeiten als Halbleiter oder künstliche Muskeln. 
Am MPI erforscht man auch ihre Nützlichkeit als Speichermedium für Wasserstoff.
Wasserstoff ist das Gas, aus dem die Träume von einer sauberen Zukunft ohne Energiesorgen sind. Im nächsten Jahrhundert soll es die Schmuddelstoffe Kohle, Benzin und Erdgas als Energieträger ablösen, da sind sich die Experten einig. Weil Wasserstoff mit Sauerstoff zu Wasser verbrennt, könnten Schiffe ökologisch über die Ozeane tuckern und Elektroautos lautlos auf den Straßen rollen.
Im letzten Jahr wurden in Hamburg und München die ersten Wasserstoff-Tankstellen in Betrieb genommen.
Doch der Stoff läßt sich schwer auf kleinem Raum speichern. Eine Tankfüllung Gas unter Normaldruck enthält lediglich die Energie eines Schnapsglases Benzin.
BMW betreibt Testfahrzeuge mit minus 250 Grad kaltem flüssigen Wasserstoff. Das Ergebnis bleibt mager: halbe Reichweite eines Benziners - bei doppelter Tankgröße.
Bei der Vielseitigkeit von Nanotubes, verwundert es nicht, daß irgendwann auch jemand die Röhrchen in Wasserstoff hielt. Der wurde dann auch auf wundersame Art wie von einem Schwamm aufgesaugt. 12 Gewichtsprozent Absorption meldeten chinesische Forscher kürzlich. Das bedeutet, daß 88 Kilogramm Kohlenstoff 12 Kilogramm Wasserstoff speichern können - ein gigantischer Wert.
Kollegen aus Singapur meldeten sogar 20 Prozent Absorption. Damit könnte ein Auto mit Normaltank rund 1500 Kilometer weit fahren. 
Nach einer Schätzung des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) würden der Autoindustrie schon 6 bis 8 Prozent reichen. Zum Durchbruch fehlt eigentlich nur eines: Die Ergebnisse müßten abgesichert sein. 

Wie entsteht ein Mikroprozessor?  
In der Computertechnologie erleben wir seit Jahrzehnten ein ungestümes, exponentielles Wachstum.
In den letzten Jahrzehnten wurde der Hauptfaktor dieses Wachstums - die evolutionäre Entwicklung der Rechenleistung von Computerchips - durch „Moore´s Law“ beschrieben. Schon Mitte der sechziger Jahre postulierte Gordon Moore, ein Mitbegründer des Chip-Giganten Intel, daß sich die Dichte der Transistoren auf einem Computerchip - also ihre Rechenleistung - alle 18 Monate verdoppeln sollte.
Heute hat der schnellste Intel Pentium Chip schon 28 Millionen Transistoren (800 MHz / ?MIPS?).
In zehn Jahren sollen die Speicherchips schon 64 Milliarden Transistoren beinhalten ( ?MIPS? / 3600 MHz). 
Doch schon 2010 wären, nach „Moore´s Gesetz“, die integrierten Schaltkreise bereits endgültig im Reich des Nanokosmos angekommen.
Die Wellenlänge des Lichts ist jedoch die natürliche Grenze für lithographische Verfahren bei der Chipproduktion. Die Nanotechnologie verspricht Abhilfe. 
Immer mehr Transistoren auf immer engerem Raum - das geht nur mit einer Technologie, die Strukturen in Molekülgröße manipulieren kann -wie die Nanotechnologie. Die Entdeckung der Nanoröhrchen kommt für die Chip-Ingenieure gerade zur rechten Zeit. 

Das Prinzip des Lebens  
Aus dem Kleinen entstehen größere Strukturen. Dies ist das uralte Prinzip der Natur, das seit dem Urknall Gültigkeit besitzt. Mit belebter Materie hat die Natur den bottom-up-Ansatz in Jahrmillionen zur Perfektion entwickelt.
Beispielsweise bauen Ribosomen genannte Zellorganellen, als molekulare Nanomaschinen Proteine aus einzelnen Aminosäuren auf; den Bauplan dazu liefert die DNS. Von einer Übertragung dieses Prinzips sind wir noch weit entfernt - aber genau davon träumt die Wissenschaft. Hier liegt die Zukunft der Nanotechnologie.
Wir haben gelernt, die Verbindungen aus Kohlenstoff und Wasserstoff im Innern der genetischen Botschaft des Lebens zu lesen.
Um Nanomaschinen zu bauen, muß es gelingen, das Prinzip der Selbstorganisation von Molekülen zu nutzen. Die DNS ist dafür ein recht gutes Beispiel. Sie enthält die Anweisung zu ihrer Vervielfältigung und nimmt ohne äußere Einwirkung die jeweils richtige räumliche Struktur ein. Man kann sie beliebig vervielfältigen, sie wäre damit als Baustein sehr preisgünstig und leicht verfügbar. 
3Sat  
0:29-0:46 Prisma - Rost im menschlichen Körper 30 min 2000
  Ein Professor, der nach der Wende seine Stelle an der Universität Rostock verlor, 
wurde notgedrungen Unternehmer. Jetzt schickt er sich an, mit seiner medizin-technischen 
Firma den Weltmarkt zu erobern. Er hat Apparate entwickelt, die mit raffinierten 
physikalischen Methoden im Zellstoffwechsel die gefährlichen "Oxydantien" nachweisen, 
eine Art aggressiven "Rost" im Körper. Damit lassen sich Entzündungen und viele 
Krankheiten im Frühstadium erkennen und teilweise auch behandeln.
N3  
0:46-1:30 Hans Meiser - Thema: Manche Tote Leben länger 44 min 2000
  "Makaber oder Genial? "

Zu Gast die Frau von
Prof. Dr. Gunther von Hagen, die mit ihm zusammen die mittlerweile weltbekannte "Körperwelten: Die Faszination des Echten"-Ausstellung (derzeit in Köln, Heumarkt) konzipiert hat, sowie einige Gäste die die Ausstellung besucht haben, Informatiker Klaus Reinhard (De:Trans-Mitglied) erster deutscher Kryoniker der mit der US-Kryonik-Firma Alcor zusammen arbeitet und sich dort  nach seinem Tode einfrieren lassen möchte und ein Gast aus den USA, die mit der Asche von Verstorbenen Kunstwerke (Gemälde). 
RTL  
1:30-2:24 Geschichte der Gerichtsmedizin - Tote sagen aus 56 min 2000
  Detektive mit dem Skalpell: Im Mittelalter noch ein Tabu, hat sich die Gerichtsmedizin heute zu einer modernen Laborwissenschaft entwickelt. Die Dokumentation gewährt einmalige Einblicke in den medizinischen Kosmos des Verbrechens. 

Transhumanistisch weniger interessant, jedoch sind die Bilder der Autopsie auch ein eindrucksvoller Aspekt des Todes. Wieder sollte es klar werden, das der Tod vermeidbar sein sollte.

Arte  
2:24-3:14 Karriere einer Leiche 50 min 2000
  Joseph Paul Jernigan stirbt am 5. August 1993, einige Minuten nach Mitternacht, 
am Gift, das ihm der Staat Texas in den linken Arm spritzt. Er stirbt ruhig, sagt 
kein Wort, beobachtet von seinem Bruder Bobby. Der Todesraum ist kobaltblau. 
Jernigan ist ein Mörder. Er hat die letzten 12 Jahre im Todestrakt von Huntsville 
verbracht. Jernigan wollte nicht sinnlos sterben. Wenigstens mit seinem Tod wollte 
er etwas Gutes tun und er vermachte seine Leiche der National Library of Medicine 
in Washington. Auf einen wie ihn hatte die Wissenschaft lange gewartet. Zwei Jahre 
schon war man auf der Suche nach einer perfekten Leiche, und zwar für ein Projekt 
des nächsten Jahrtausends: zur Herstellung des ersten digitalen Anatomieatlas. 
2000 Leichen waren schon geprüft worden. Jernigans war von allen die schönste. 
Keine geplatzte Arterie, kein Geschwür, keine Schraube im Knochen. Jernigan ist 
noch warm, als er in Denver eintrifft. Er wird in handelsübliche Gelatine eingegossen, 
mit kobaltblauer Lebensmittelfarbe versetzt und auf minus 70 Grad hinuntergefroren. 
Um seine Leiche integral zu vermessen, wird sie Millimeter für Millimeter 
abgehobelt - und nach jedem Millimeter digital fotografiert. November 1994: die 
National Library of Medicine jubelt. Der erste volldigitalisierte Mensch - ein 
Quantensprung in der Anatomie. 15 Gigabytes statt acht ein halb Millionen 
Buchseiten. Das "
Human Visible Project" wird im Internet ausgesetzt - und die 
Welt eingeladen, sich daran zu bedienen, vor allem zur Simulation von chirurgischen 
Eingriffen. An jeder medizinischen Fakultät der Welt wird mittlerweile mit 
Joseph Paul Jernigans digitalen Überresten gearbeitet. "Karriere einer Leiche" 
von dem Schweizer Filmemacher Kaspar Kasics erzählt die Geschichte dieses Mannes, 
der erst mit seinem Tod zum Helden wurde. Ein Film über Schuld, Sühne und Internet.
Arte  
3:14-Ende Ewig jung ? Später altern, länger leben ! 45 min 2000
  "Wir haben nur ein einziges Gen verändert", erzählt die Biochemikerin, "und sehen sie das Ergebnis: Dieser Wurm ist frisch und glücklich, während sein gleichaltriger Bruder schon im Sterben liegt."
Auf der ganzen Welt wird fieberhaft daran gearbeitet, die Geheimnisse des Alterns zu entschlüsseln. Gibt es so etwas wie einen zentralen Schalter, der das Alterungsprogramm in Gang setzt? Können wir 120 oder gar 1540 Jahre alt werden und dabei gesund bleiben? Nachdem es gelungen ist, das Leben von Würmern, Fliegen und Mäusen im Labor erheblich zu verlängern, sehen viele Wissenschaftler in den USA keinen Grund mehr, warum dies nicht auch bei Menschen möglich sein sollte.
Der Wettlauf ist in vollem Gang, die Forschung aufwendig und teuer. Teuer werden auch die Medikamente sein, die dann auf den Markt kommen. Hierzulande versucht man dem Alter hauptsächlich mit einer Hormontherapie zu begegnen. Wahre Wunder soll das Wachstumshormon "
STH" bewirken. Aus Amerika hört man, Patienten ließen Stöcke und Brillen hinter sich und starteten gut 
bemuskelt in die dritte Phase ihres Lebens. Die Autorinnen erkunden den jüngsten Forschungsstand in den USA und besuchen die neuesten Verjüngungskliniken in Deutschland.
 
MDR  

 

Ó Sven Haferkamp 26.04.2000  webmaster@extropie.de       [Home]