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0:00-0:45 Unsterblich und perfekt - Die genetische Revolution und ihre Folgen 45 min 2000
  Film von Manfred Ladwig

Wenn man den Gentechnikern glaubt, dann werden wir bald das Paradies auf Erden haben. Befreit von allen irdischen Leiden schon im Diesseits! Ausgestattet mit gewünschten Merk-malen und Eigenschaften, versehen mit einer Lebensspanne weit über 100, ja das Leben in Unsterblichkeit wird uns da verheißen. Was aber davon ist Realität und was ist Zukunfts-musik? Und wie werden sich die Menschen und die Gesellschaften verändern in einer genetisch bearbeiteten Welt?
In seinem Dokumentarfilm besucht Manfred Ladwig die Labore der Gentechniker. Zeigt, wie sie herummanipulieren an den Zellkernen, an der DNA - der Matrix des Lebens. Sein Fazit: In den Forschungslabors der Biologen und Mediziner wird längst handfest die Schöpfung nachgebessert.
Aber der Autor geht weiter: Er registriert die Angst der Menschen vor den Folgen der genetischen Revolution: Darf man Menschen klonen? Darf man Babys nach den Wünschen der Eltern gestalten? Und was bedeutet ein perfekter Körper, jung und gesund, für die Betroffenen, für die Gesellschaft? Werden Behinderte noch weiter ausgegrenzt? Verkommen Ethik und Moral? Wie steht die Kirche zu solch fundamentalen Veränderungen?
Darauf gibt der Film aus den unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft teils verblüffende, teils erschreckende Antworten. Eine davon: die Zweiklassengesellschaft, in der Gen-normale und Gen-manipulierte Menschen leben werden. Und für Professor John Campbell, Evolutionsbiologe an der Universität Los Angeles, ist die Spezies Homo Sapiens heute nur eine Zwischenstufe auf dem Weg zur Vollkommenheit.
ARD  
1:05-Ende ARTE-Themenabend: Die Gen-Revolution 150 min 2000
 
Im Gen-Dschungel
Dokumentation von Marianne Van Neyenhof und Guy Saguez, Frankreich 2000

Die genetische Forschung wird immer stärker durch Privatfonds finanziert, vor allem in den USA, wo Wissenschaft und Wirtschaft eng miteinander verquickt sind. Dort konzentriert sich ein großer Teil der Forschung und entwickelt sich eine "Genkultur". Die biotechnologischen Vereinigungen werden von ehrgeizigen Wissenschaftlern geleitet. Sie arbeiten mit einflussreichen Geschäftsleuten zusammen, die ausreichend Investitionskapital für diesen derzeit noch wenig rentablen und sehr kostspieligen Forschungsbereich lockermachen können, der in der Zukunft einen fabelhaften Markt verspricht. Die Möglichkeiten der genetischen Forschung und die Eigendynamik der finanziellen Rahmenbedingungen stellen das Gesundheitswesen vor eine Reihe hochexplosiver Fragen. Werden sich die liberale amerikanische Wirtschaft und das ganze mit ihr zusammenhängende Wertesystem der Medizin bemächtigen? Was sind die Konsequenzen für die globale Wirtschaft und Gesellschaft, wenn der Gen-Pool der Welt reduziert wird auf patentiertes geistiges Eigentum, das auschließlich von ein paar wenigen Unternehmen kontrolliert wird? Im weltweiten Gen-Dschungel ist ein Wettlauf ums Genom entbrannt, bei dem fast alle internationalen Life-science-Konzerne mitmischen. Zu diesen Problemen äußern sich Wissenschaftler, Geschäftsleute, Soziologen und Kranke. Zu Wort kommen u.a. die Soziologin Susan Lindee, der Wirtschaftswissenschaftler Jeremy Rifkin, der Finanzberater Stelio Papadopoulos sowie die Bioethiker Mildred Cho und Troy Duster. 

Themenabend: them@ 2: Die Gen-Revolution - Zwischen Markt, Mystik und Forschung

ARTE berichtet vier Themenabende lang, jeden Dienstag im Oktober 2000, über die Folgen von Zukunftstechnologien für die Gesellschaft. Im Mittelpunkt stehen dabei die Revolutionen im Bereich der Informations- und Biotechnologien, die heute schon unseren Alltag bestimmen. them@ ist eine Zukunftswerkstatt, die auf brennende Fragen eingeht: Was wird aus unseren Genen? Werden wir ewig leben? Wie verändert die Globalisierung unser Leben? Kommt die Cyberdemokratie? Wie entwickelt sich die Kunst im Zeitalter der Informationstechnologien? Werden wir in Zukunft noch gedruckte Bücher lesen? Die Antworten sind Zukunftsvisionen. Traum oder Alptraum? Im Internet unter www.arte-tv.com ergänzt und vertieft them@ die Dokumentationen und bietet den Zuschauern die Möglichkeit sich aktiv an der Diskussion zu beteiligen. Die Genetik ist das große wissenschaftliche und medizinische Abenteuer des 20. Jahrhunderts, ein Experimentierfeld voller Verheißungen. Die am 26. Juni 2000 gleichzeitig in Washington, Paris, London und Peking angekündigte Entschlüsselung des menschlichen Genoms scheint der Beginn einer wahren Schlacht zu sein. Es geht um die Entwicklung von Therapien und Medikamenten, die eine Revolution der Medizin bedeuten. Für den Menschen, die Wirtschaft, Gesellschaft, Philosophie und Politik eröffnen sich mit der Genetik völlig neue Perspektiven. Nimmt die Menschheit nun ihr Schicksal selbst in die Hand? Verlängert sich unsere Lebensdauer? Werden Wunschkinder aus dem Reagenzglas Wirklichkeit? Organe aus der Retorte? 


Israel: Genkarte für ein Volk?
Dokumentation von Marianne Van Neyenhof und Guy Saguez, Frankreich 2000

Die Genetik verkündet, dass sie in der Lage sei, die Geheimnisse des Menschen zu entschlüsseln. Kann sie auch etwas über den Ursprung der Völker verraten? Im Hinblick auf die gemeinsame Abstammung ist Israel weltweit ein Schulbeispiel: Der jüdische Staat garantiert allen Menschen jüdischer Herkunft per Gesetz die "Rückkehr ins Land der Väter". Läuft die Genetik unter dem Druck der Migrationsbewegungen in der bunt bemischten israelischen Gesellschaft nicht Gefahr, ein neues Instrument zur Definition der Identität eines Volkes zu werden, für das dieses Thema hochproblematisch ist? Als westliches Land des Mittleren Ostens macht sie Israel die neuen Technologien bewusst zu eigen. Doch kann man in Israel nicht von Genetik sprechen, ohne an die durch das NS-System in Verruf gekommene Eugenik zu denken. Neben Rabbinern, Wissenschaftlern, Historikern und Politikern äußert sich auch der Schriftsteller A. B. Yehoshua zur Frage der jüdischen Identität. 

Medizin: Was bringt die Gentechnik
Dokumentation von Marianne Van Neyenhof und Guy Saguez, Frankreich 2000

Das onkologische Institut Gustave Roussier in Paris-Villejuif verfügt als eines der wenigen französischen Krankenhäuser über eine gentherapeutische Abteilung. Klinische Versuche unter der Leitung von Professor Escudier zeigen vielversprechende Ergebnisse. Doch in der Praxis kann die Gentherapie noch zu wenig Menschenleben retten. In den von Arzt und Patient unterzeichneten Protokollen steht ausdrücklich, dass der Kranke keinen direkten Nutzen von der Gentherapie erwarten darf. Wenige Räume weiter empfängt Dr. Champret in der Abteilung für Genprognostik junge Frauen, die erblich vorbelastet sind und sich über das Risiko, selber an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken, informieren wollen. Mit dem Fortschritt der Genetik lassen sich bestimmte Gefahren immer besser voraussagen. Doch dies bringt neue psychologische Probleme mit sich: Kann man den Menschen überhaupt mit einem solchen Wissen belasten? 

Arte  

 

Ó Sven Haferkamp 20.03.2001  webmaster@extropie.de       [Home]